Über Plastische Deckung von Hautdefekten an den Extremitäten Durch Gestielte Hautlappen aus Entfernten Körperteilen

Georg Hartung

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Plastische Operationen, unter welchen man im allgemeinen die Deckung eines angebornen oder erworbenen Defekts versteht, wurden bekanntlich schon im Altertum von indischen Ärzten häufig ausgeführt, und zwar die Rhino-, Cheilo- und Otoplastik. Veranlassung und häufige Gelegenheit dazu gab die noch jetzt im Morgenlande und besonders in Indien gebräuchliche Strafe, Nasen, Ohren u. s. w. abzuschneiden. Der Hautlappen, welcher zur Deckung des Defektes dienen sollte, wurde aus dessen unmittelbarer Nachbarschaft, aus der Haut der Wange gebildet.<br><br>Die ersten Angaben über plastische Operationen im Abendlande, welche wir bei Celsus ("medicinae libri octo"), Galen (2. Jahrh. n. Chr.) und Paulus von Aegina (7. Jahrh. n. Chr.) finden, sind äusserst dürftig und beziehen sich mehr auf seitliche Hautverschiebung als auf Hautüberpflanzung.<br><br>Erst im 15. Jahrhundert kamen die plastischen Operationen mehr zur Geltung, und zwar in Calabrien; es waren besonders der Wundarzt Branca aus Catania und sein Sohn Antonio, welche sich um die Vervollkommung dieser Kunst verdient machten. Branca benutzte zur Rhinoplastik einen gestielten Hautlappen aus der benachbarten Wangen haut, sein Sohn entnahm das Hauptstück zum Ersatz des Nasendefekts dem Oberarm, also einer entfernten Körpergegend.

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